Eine Nachschulung ist eine behördlich angeordnete verkehrspsychologische Maßnahme. Je nach Anlass gibt es unterschiedliche Kurstypen – etwa für alkoholauffällige oder verkehrsauffällige Lenker, bei Sucht- oder Arzneimittelproblematik sowie als besondere Maßnahme im Vormerksystem.
Was ist eine Nachschulung?
Bei einer Nachschulung geht es nicht um eine neuerliche Führerscheinausbildung oder Führerscheinprüfung. Ziel ist vielmehr, die Ursachen des Verkehrsverstoßes aufzuarbeiten, das eigene Verhalten zu reflektieren und Strategien zu entwickeln, damit sich vergleichbare Verstöße nicht wiederholen.
Nachschulungen dürfen nur von dafür ermächtigten Einrichtungen durchgeführt werden. Die Kurse werden von entsprechend qualifizierten Verkehrspsychologen geleitet.
Wann wird eine Nachschulung angeordnet?
Nachschulung und Probeführerschein
Während der Probezeit gelten strengere Regeln. Wird wegen eines schweren Verstoßes oder eines Verstoßes gegen die besondere Alkoholgrenze eine Nachschulung angeordnet, hat das auch Auswirkungen auf die Probezeit: Sie wird nach den gesetzlichen Bestimmungen verlängert beziehungsweise kann neu zu laufen beginnen.
Probezeit und schwere Verstöße
Welche Regeln während der Probezeit gelten und welche Folgen schwere Verstöße haben, erklären wir auf der Seite zum Probeführerschein.
Zum ProbeführerscheinWie lange hat man für die Nachschulung Zeit?
Wurde die Nachschulung behördlich angeordnet, muss der Anordnung grundsätzlich innerhalb von vier Monaten nachgekommen werden.
Wie läuft eine Nachschulung ab?
Die Nachschulung findet grundsätzlich in mehreren Sitzungen statt. Eine Kurseinheit dauert 50 Minuten. Umfang und Ablauf richten sich nach dem jeweiligen Kurstyp und danach, ob innerhalb von fünf Jahren bereits eine Nachschulung desselben Typs absolviert wurde.
Alkoholauffälligkeit und sonstige Problematik
Verkehrsauffällige Lenker
Bei einer Nachschulung für verkehrsauffällige Lenker gehört zusätzlich eine Fahrprobe zum Programm. Sie findet zwischen der ersten und der dritten Sitzung statt und dient dazu, das tatsächliche Fahrverhalten zu beobachten und anschließend im Kurs zu besprechen.
Nachschulung im Vormerksystem
Wird im Rahmen des Vormerksystems eine Nachschulung angeordnet, ist sie deutlich kürzer als die oben genannten Kurstypen.
Vormerksystem in Österreich
Welche Vormerkdelikte es gibt und wann eine besondere Maßnahme angeordnet wird, findest du in unserer Übersicht zum Vormerksystem.
Zum VormerksystemAlkoholtest während der Nachschulung
Bei der Nachschulung für alkoholauffällige Lenker wird am Beginn von zumindest einer Kurssitzung die Atemluft auf Alkohol überprüft. Auch bei Verdacht auf Alkoholisierung ist eine Kontrolle vorgesehen.
Wann gilt die Nachschulung als abgeschlossen?
Die Nachschulung gilt mit Ausstellung der Kursbesuchsbestätigung als ordnungsgemäß absolviert. Dafür müssen die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sein.
Was kostet eine Nachschulung?
Die Gebühren sind in der Nachschulungsverordnung festgelegt. Seit 1. August 2024 beträgt die Gebühr bei einer Gruppensitzung pro Kurseinheit zwischen 43 und 48 Euro. Für ein Einzelgespräch sind pro Kurseinheit zwischen 129 und 144 Euro vorgesehen.
Die tatsächlichen Gesamtkosten hängen daher vom vorgeschriebenen Kurstyp und dessen Umfang ab. Bei einer Nachschulung für verkehrsauffällige Lenker können zusätzlich Kosten für die Fahrprobe entstehen.
Kann die Nachschulung auch einzeln absolviert werden?
In begründeten Einzelfällen kann anstelle des Gruppenkurses eine Einzelnachschulung möglich sein, etwa wenn die Gruppenfähigkeit nicht gegeben ist oder besondere individuelle, sprachliche oder kommunikative Gründe vorliegen. Dafür gelten eigene Mindestumfänge.
Was passiert, wenn man die Nachschulung nicht macht?
Wird einer behördlichen Anordnung zur Nachschulung nicht innerhalb der vorgesehenen Frist nachgekommen, hat das führerscheinrechtliche Konsequenzen. Die Lenkberechtigung kann beziehungsweise muss nach den einschlägigen Bestimmungen bis zur Befolgung der Anordnung entzogen werden.
Nachschulung und verkehrspsychologische Untersuchung
Eine Nachschulung ist nicht dasselbe wie eine verkehrspsychologische Untersuchung (VPU). In bestimmten Fällen kann die Behörde jedoch beide Maßnahmen anordnen. Dann muss die verkehrspsychologische Untersuchung vor der Nachschulung durchgeführt werden; außerdem dürfen Untersuchung und Nachschulung in diesem Fall nicht vom selben Verkehrspsychologen durchgeführt werden.
Verkehrspsychologische Untersuchung
Wann eine VPU erforderlich ist, wie sie abläuft und was dabei untersucht wird, erklären wir auf einer eigenen Seite.
Zur verkehrspsychologischen UntersuchungKurz zusammengefasst
Rechtsgrundlagen
Wesentliche Rechtsgrundlagen sind das Führerscheingesetz (FSG) sowie die Führerscheingesetz-Nachschulungsverordnung (FSG-NV), insbesondere die Bestimmungen über Kurstypen, Umfang, Kursbesuchsbestätigung und Kosten. Stand: September 2026.
