
Ruckfrei anhalten – vom richtigen Ablauf bis zur Vollbremsung im Ernstfall.
Hier liest du …
Den richtigen Ablauf einer Bremsung
Wie dir richtiges Bremsen gelingt
Den Unterschied zwischen Normalbremsung und Vollbremsung
Was Bremsbereitschaft bedeutet
Anforderungen laut Prüferhandbuch
Der Prüfer achtet darauf, dass im normalen Verkehr degressiv – also mit gleichmäßig abnehmendem Bremsdruck – und rechtzeitig gebremst wird: nicht zu früh, um Behinderungen zu vermeiden, und nicht zu spät, um zu starke Bremsungen zu vermeiden. Dabei ist der Fahrbahnzustand zu berücksichtigen. Der Prüfer kann außerdem die Vorführung einer Vollbremsung verlangen.
Man unterscheidet zwischen der normalen Bremsung (mittlere bis leichte Verzögerung) und der Vollbremsung (maximale Verzögerung).
Normale Bremsung
Die Reihenfolge, in der Bremspedal und Kupplungspedal getreten werden, ist geschwindigkeitsabhängig:
- Über 15 km/h – zuerst die Bremse treten und bis zu einer Drehzahl von 1.000 U/min verzögern, dann die Kupplung treten
- Unter 15 km/h – zuerst die Kupplung und kurz darauf die Bremse treten, so wird ein Absterben des Motors vermieden
Der Fahranfänger führt die im Normaltempo eintrainierte Reihenfolge auch bei einer Notbremsung aus – deshalb bei Normaltempo unbedingt in dieser Reihenfolge vorgehen, um das Auffahrrisiko zu senken:
„Du erreichst ruckfreies Anhalten durch degressives Bremsen.“
Verstehen statt auswendig lernen
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Der Ablauf im Detail
Die Standard- oder Normalbremsung dient zum Anhalten unter fahrzeugschonenden, spritsparenden und komfortablen Bedingungen:
Zwei Alternativen – nicht empfohlen
- „Bremsen, Auskuppeln, Gang heraus“ – nur für Fahrzeuge ohne Schubabschaltung sinnvoll; die Motorbremswirkung wird nutzlos hergeschenkt, der Motor wird weiter mit Kraftstoff versorgt
- „Bremsen und Gänge zurückschalten“ – erhöht zwar die Motorbremswirkung, das Wiedereinkuppeln führt aber zu Reibung auf der Kupplungsscheibe („Kupplungsbremsung“) und unnötigem Verschleiß
Vollbremsung
Notsituationen erfordern rasches, richtiges Handeln – das erreichst du nur durch ständiges Training. Deshalb solltest du Vollbremsungen regelmäßig üben.
Zuerst mit ganzer Kraft auf die Bremse und diese bis zum Stillstand des Fahrzeugs voll treten, während der Bremsung auskuppeln.
„Trainiere Vollbremsungen – Vollbremsungen brauchen Übung.“

Beinspannung und geistige Vorbereitung
Vollbremsungen sind nicht einfach. Um ausreichend Kraft auf das Pedal auszuüben, empfiehlt sich eine große Beinspannung. Übe Vollbremsungen nicht nur praktisch, sondern spiel den Ablauf auch immer wieder in Gedanken durch – nur so gelingt er auch in einer echten Notsituation.
Fahrzeuge mit ABS
Es kommt zu einem leichten Vibrieren des Bremspedals – trotzdem weiter voll auf der Bremse bleiben. Während der Bremsung die Kupplung treten, um ein Absterben des Motors zu verhindern. Bis zum absoluten Stillstand die Bremse voll treten, nicht früh lösen. Da sich die Räder noch drehen, bleibt das Fahrzeug beschränkt lenkbar.
Fahrzeuge ohne ABS
Es kommt zum Blockieren der Räder, das Fahrzeug beginnt sich zu drehen und ist nicht lenkbar. Je nach Situation muss die Bremse dann wieder etwas gelöst werden, um das Fahrzeug auf der Fahrbahn zu halten oder an einem Hindernis vorbeizulenken – man nennt das „Bremshaken“ oder „Bremsausweichhaken“.
Fahrschüler, die bei Normalbremsungen immer zuerst die Kupplung treten, tun das auch bei einer Vollbremsung – wertvolle Reaktionszeit geht verloren und der Anhalteweg verlängert sich entscheidend. Richtig ist:
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Bremsbereitschaft
Bremsbereitschaft bedeutet, dass sich der rechte Fuß über dem Bremspedal befindet, es wird aber noch nicht gebremst.
- Kürzere Reaktionszeit – Bremsbereitschaft verkürzt die Reaktionszeit deutlich
- Keine Verwechslungsgefahr – Bremse und Gas können nicht mehr verwechselt werden
- Wichtige Situationen – nötig vor Schutzwegen, ungeregelten Kreuzungen, bei Kindern am Fahrbahnrand und vielen weiteren Situationen
Bremsbereitschaft reduziert die Reaktionszeit und ist außerordentlich wichtig
Früh bremsen, ausreichend Abstand halten
Großer Abstand und frühes Bremsen schützen dich vor einem Auffahrunfall.
Vorteil 1: Du fährst nicht auf
Du kannst leicht anhalten, wenn das vorausfahrende Fahrzeug bremst, und musst dabei keine Vollbremsung hinlegen.
Vorteil 2: Man fährt dir nicht auf
Weil du durch den großen Abstand nicht vollbremsen musst, sondern dir das Bremsen einteilen kannst, hat der Nachfolgeverkehr Zeit, seine Bremsung einzuleiten und durchzuführen.
Merk dir das: Bremse früh, damit der Nachfolgeverkehr dein Verzögern und deine Bremslichter rechtzeitig wahrnehmen kann – so verringerst du das Auffahrrisiko.
Auf den Punkt gebracht
Bei Normaltempo immer zuerst bremsen, dann erst kuppeln
Vollbremsungen regelmäßig trainieren
Bremsbereitschaft anwenden und früh bremsen
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