Klasse B "L-Taferl" ab 19.1.2013

Die Übungsfahrt gibt die Möglichkeit die Hauptschulung ganz oder teilweise privat durchzuführen.

Bei dieser Ausbildungsform gibt es zwei Möglichkeiten, einerseites kann zusätzlich zur Vollausbildung in der Fahrschule privat ausgebildet werden „L-Taferl" zusätzlich (B-Dual), oder die Hauptschulung wird vollkommen privat durchgeführt, dann sind mind. 1000 km mit dem Begleiter vorgeschrieben.

Änderungen ab 19.1.2013 ermöglichen, dass der Antrag auf Übungsfahrt bei der Fahrschule eingebracht werden kann, der Behördenweg entfällt. Die Beschränkung, dass ein Begleiter nur einen Bewerber pro Jahr ausbilden darf entfällt, dafür muss nun ein besonderes Naheverhältnis zwischen Begleiter und Bewerber bestehen und der Begleiter darf jetzt maximal eineVormerkung aufweisen.

Privat zumindest 1000 km

Werden privat zumindest 1000 km Hauptschulung zurückgelegt, dann ist der praktische Teil diese Ausbildungsvariante indent zur Übungsfahrt nach § 122 KFG. Der theoretische Teil unterscheidet sich dadurch, dass hier der ganze Kurs besucht werden muss, bei der Übungsfahrt ist dies nicht der Fallnicht.

Privat weniger als 1000 km

Werden privat weniger als 1000 km Hauptschulung gefahren, dann ersetzen diese Privatkilometer die Hauptschulung in der Fahrschule nicht!

Es muss dann in der Fahrschule die gesamte praktische Ausbildung gemacht werden, inkl. Hauptschulung (mind. 1 UE) und Freilandfahrt (1 UE).

Die Ausbildung entspricht bei dieser Variante im theoretischen und praktischen Teil der Vollausbildung in der Fahrschule. Dazu kommen die theoretische Einweisung und ein privater Hauptschulungsblock dessen km-Anzahl frei steht. Dafür werden in der Regel weniger UE Hauptschulung in der Fahrschule benötigt. Der private Aufwand steigt, dafür reduziert sich die Hauptschulung in der Fahrschule. 

Varianten

Soll die private Ausbildung die Hauptschulung in der Fahrschule zur Gänze ersetzen?
Wenn Ja, dann müssen zu Hause mindestens 1000 km gefahren werden!

 

Vergleich: Übungsfahrt und B-Dual

Art

Übungsfahrt
Privat > 1000 km

B-Dual
"L-Taferl" zusätzlich
Privat < 1000 km

Vorschulung 3 3
Grundschulung 3 3
Theoretische Einweisung mit Begleiter 1 1
Hauptschulung mit Begleiter mind. 1000 km < 1000 km
Hauptschulung Fahrschule - mind. 1 UE
Beobachtungsfahrt mit Begleiter 1 -
Nachtfahrt 1 1
Autobahnfahrt 1 1
Freilandfahrt - 1
Perfektionsschulung 1 1
Perfektionsschulung 1 1
Prüfungsvorbereitung 1 1

UE ... Unterrrichtseinheiten zu 50 min

Die Tabelle zeigt den Unterschied zwischen einer vollwertigen Übungsfahrt (linke Spalte) bei der mind. 1000 km mit dem Begleiter gefahren werden und einer zusätzlichen Privatausbildung (mittlere Spalte), bei der es keine festgelegte Kilometeranzahl mit dem Begleiter gibt. Die Unterschiede liegen im Bereich der Hauptschulung in der Fahrschule und den privat zu absolvierenden Kilometern, der Beobachtungsfahrt und der Freilandfahrt.

Persönliche Voraussetzungen

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:

  • Mindestalter - bei Ausbildungsbeginn 17 ½ Jahre
  • Verkehrszuverlässigkeit - wird nach Antragstellung von der Behörde überprüft - Leumundsprüfung
  • Gesundheitliche Eignung - Untersuchung beim sachverständigen Arzt.
  • Fachliche Befähigung - Theoretische und praktische Führerscheinprüfung
  • Unterweisung in lebensrettenden Sofortmaßnahmen
Anmeldung

Zur Anmeldung in der Fahrschule benötigen Sie:

  • Amtlichen Lichtbildausweis
  • Zur Erleichterung der Abwicklung einen Meldezettel
  • Falls eine Namensänderung vorliegt die entsprechenden Urkunden
  • Nachweis des akademischen Grades

Die Fahrten mit dem Begleiter dürfen erst begonnen werden, wenn Sie die schriftliche Bewilligung der Behörde (Bescheid) haben!

Die Bewilligung wird einem Fahrschüler nur einmal erteilt. Es sind nicht mehr als zwei Begleiter möglich. Die Bewilligung gilt für maximal ein Jahr.

Voraussetzungen für die Bewilligung des „L-Taferls" durch die Behörde:

Bewerber um die Lenkberechtigung (Fahrschüler):

  • Mindestalter 17 ½ Jahre
  • Verkehrszuverlässigkeit
  • Gesundheitliche Eignung - Ärztliche Untersuchung - Vorher wird keine Beweilligung der Übungsfahrt erteilt!
  • Theoretische Schulung absolviert (8 Unterrichtseinheiten)
  • Praktische Vorschulung und Grundschulung absolviert (insgesamt 6 UE)
  • Theoretische Einweisung gemeinsam mit dem Begleiter absolviert (1 UE)

Begleiter:

  • Mindestens seit sieben Jahren eine Lenkberechtigung für die Klasse B
  • In den vorangehenden drei Jahren Kraftfahrzeuge der Klasse gelenkt
  • In den vorangehenden drei Jahre nicht wegen einem schweren Verstoßen gegen kraftfahrrechtliche oder straßenpolizeiliche Vorschriften bestraft
  • Besonderes Naheverhältnis zum Bewerber
  • Nicht zwei zu berücksichtigende Vormerkungen ausweisen
Erforderliche Dokumente für die Antragstellung

Begleiter

  • Führerschein
  • Nachweis der dreijährigen Fahrpraxis durch den Zulassungsschein oder eine Bestätigung des Dienstgebers oder der Dienstgeberin
  • Meldezettel (nicht unbedingt erforderlich, aber eine Verfahrenserleichterung)

Fahrschüler

  • Bestätigung der Fahrschule für die absolvierte Mindestausbildung und die theoretische Einweisung

Fahrzeug

  • Zulassungsschein oder eventuell eine Zustimmungserklärung des Zulassungsbesitzers des Fahrzeuges
Alle erforderlichen Unterlagen (Übersicht)
Bei der Anmeldung Vor der Ausbildungsfahrt Vor der Theorieprüfung Vor der Praxisprüfung
Amtl. Lichtbildausweis - - -
Ev. Meldezettel - - -
Ev. Nachweis des akademischen Grades - - -
Ev. Urkunden bez. Namensänderung - - -
- Ärztliches Gutachten - -
- Führerschein des Begleiters - -
- Nachweis der Fahrpraxis des Begleiters - -
- Fahrschulbestätigung - -
- Antrag auf Übungsfahrt stellen 1) - -
- Bescheid der Behörde
abwarten !
- -
- - Ein Passfoto -
- - - Nachweis lebensrettende Sofortmaßnahmen

 

Bei der Theorieprüfung und bei der Praxisprüfung benötigen Sie einen amtlichen Lichtbildsausweis!

Bei Übungsfahrten besonders zu beachten
  • Für Begleiter und Fahrschüler gilt die 0,1 Promille Grenze.
  • Der Begleiter muss den Bewilligungsbescheid und seinen Führerschein mitführen, der Fahrschüler einen amtlichen Lichtbildausweis.
  • Der Begleiter darf den Fahrschüler nicht in Verkehrsverhältnisse bringen, denen dieser nicht gewachsen ist, die Verkehrsvorschriften müssen beachtet und Unfälle verhindert werden.
  • Der Begleiter muss natürlich neben dem Fahrschüler sitzen.
  • Vorne und hinten am Fahrzeug muss während der Übungsfahrt die „L-Tafel" gut sichtbar angebracht sein.
  • Über die Übungsfahrten muss ein Fahrtenprotokoll geführt werden.

 

Zusätzliche Informationen